Knudsen-Zahl, Knudsen-Strömung

Juni 25th, 2010

Das Phänomen der Knudsen-Strömung wurde 1907 - 1908 von dem dänischen Physiker Martin Knudsen untersucht (nicht zu verwechseln mit dem Fußballspieler Martin Knudsen). Die ursprüngliche Versuchsanordnung war eine Zelle, in deren Wand ein kleines Loch war und die eine flüchtige Probe enthielt (Martin Hans Christian Knudsen, 1871 - 1949. Quelle: Numericana.comeine Abbildung ist  z. B. im Zusammenhang der Beschreibung eines Knudsen-Effusions-Massenspektrometers zu sehen). Bei ausreichend hohem Druck strömte das eingeschlossene Gas wie erwartet aus der sog. Knudsen-Zelle, der Fluss proportional zur Druckdifferenz, oder wenn keine Druckdifferenz vorliegt, nach den Gesetzen der Diffusion in Richtung des Konzentrationsgradienten. Bei sehr kleinen Drücken jedoch ändern sich die Verhältnisse.

Ursache dafür ist das Verhältnis von mittlerer freier Weglänge der Gasmoleküle zu der zur Verfügung stehenden “Flugstrecke”, also den Dimensionen des Behälters. Wird der Druck sehr gering (also die Moleküle weit verteilt) oder das Behältnis sehr klein (wie in den Poren poröser Materialien), dann werden die Stöße der Moleküle untereinander deutlich seltener als die Stöße der Moleküle mit der Wand, was die Transportvorgänge entschieden beeinflusst.

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FIZ Technik in Frankfurt meldet vorläufige Insolvenz an

Juni 4th, 2010

Knoten aus dem Netz

geschnitten, fällt das Ganze

formlos zu Boden.

Dieser ärgerliche Vorgang - einem gesunden Unternehmen, das die wichtigsten Industriezweige unseres Landes bedient, werden Knall auf Fall Fördergelder entzogen - hat mich glatt zum Verfassen meines ersten (Pseudo)-Haikus gebracht.

Was ist geschehen? Das FIZ Technik gehört zu einem Netz von Informationsdienstleistern, zusammen mit dem FIZ Chemie Berlin, dem FIZ Karlsruhe und der TIB Hannover. Es bedient vor allem Elektrotechnik und Maschinenbau. Kurzfristig geht es um eine gute Million Euro Förderung (siehe den Artikel auf Heise.de).

Manche meinen, hier werde klammheimlich gespart, an einer Stelle, an der die Zahl der Protestierenden eher klein bleibt.

Mein Vorschlag ist, das eine oder andere Glasdach in Berlin undicht zu lassen. Plastikeimer gibt’s für wenige Cent. Die Behebung der Planungsfehler an einem einzigen Dach ist schon teurer als alle Fördergelder, die dem FIZ Technik bis 2012 zugesagt worden sind (ab da sollte es sich selbst tragen). Eine funktionierende Informationsstruktur gereicht uns ebenso zur Ehre wie Regierungsglaspaläste.

Der Bund ist ja gezwungen, noch kleineren Beträgen hinterherzujagen, aber mal ehrlich - dem FIZ Technik die Fördergelder zu entziehen, das ist, als würde ich mir die Hände abhacken, damit mein Körper weniger Kalorien verbraucht, weil ich nicht genug Geld für Lebensmittel habe.

Aber wenigstens ist das nichts Neues, und nicht auf Deutschland beschränkt:

Der Große Fresser

Wie man als freiberuflicher Chemiker über sich selbst schreibt

Mai 6th, 2010

Die FFCh veranstaltet am Freitag, den 11. Juni 2010, einen Workshop mit Stepanie Voss in Frankfurt. Wir werden darin üben, eine on- und offlinetaugliche Selbstdarstellung zu verfassen, die werbewirksam, professionell und “unpeinlich” ist. Eingeladen sind alle selbstständigen Chemiker und Chemieinteressierte (wir werden speziell auf die Bedürfnisse und typischen Kundenkreise selbstständiger Naturwissenschaftler eingehen).

Alles weitere steht in der Einladung, die Sie sich herunterladen können: ffch-juni-2010.pdf

Der Elefantenfriedhof, oder: Umgang mit losen Datenhaufen

Mai 4th, 2010

Bitte beantworten Sie die folgende Frage: Was haben Ordner voller Excel-Tabellen, E-Mails, Texten und PDF-Dokumenten gemeinsam?

  1. Sie haben nichts miteinander gemeinsam.
  2. Sie werden in keinem von ihnen jenen Wert wiederfinden, der Ihnen im Hinterkopf herumspukt.
  3. Es ist nicht mehr recht ersichtlich, nach welchen Kriterien das Dokument an der betreffenden Stelle abgelegt wurde.
  4. Es ist nicht bekannt, wie viele Kopien jedes Dokument besitzt.
  5. Alle Möglichkeiten sind richtig.

In einer Studie (hier der Link zu einer Pressemeldung dazu) wurden Führungskräfte gefragt, wie hoch sie den Anteil derartiger unstrukturierter Datensammlungen einschätzen. Deutsche Führungskräfte schätzten den Anteil unter 20%, während man in der Branche selbst von 70% ausgeht -  nur die übrigen 30% seien Daten, die in verwertbar strukturierter Form in Datenbanken, etwa CRM-Systemen oder Warenlisten, eingetragen sind.

Elefantenfriedhof aus dem König der LöwenIch nenne eine solche Kollektion einen Elefantenfriedhof. Read the rest of this entry »

Für Datenhamster: (fast) kostenlose Datenbankensoftware Teil I

März 26th, 2010

Datenbankensoftware ist ein schlampig benutzter Begriff: Genau genommen heißt ein solches Programm Datenbankenmanagementsystem, während die Datenbank selbst der zusammenhängende Datenbestand ist.

Eigentlich ist kostenlose “Datenbankensoftware” kein Thema, schließlich gibt es MySQL und andere Open Source-Software, oder für die, die sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen möchten, OpenOffice Base. Mancher hat auch ein wenig genutztes MS Access, welches auf dem Rechner vor sich hinschimmelt (manche benutzen es sogar). Man könnte sich damit theoretisch alles, was man je benötigt, vom digitalen Zettelkasten bis zur Literaturverwaltung, selbst konfigurieren. Man könnte. Ich habe es ein paar Mal begonnen, benutze aber dennoch für verschiedene Datenbanken vorgefertigte kleine Programme.

Hier in der Folge einige Softwaretipps. “Fast” kostenlos bedeutet, die Software ist für deutlich unter 100,- € zu haben.

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Quellbares Silicagel zur Wasseraufbereitung

Februar 8th, 2010

Gerade gelesen: P. L. Edmiston präsentiert ein neuartiges Material zur Wasseraufbereitung, welches in bestimmten Anwendungen Aktivkohle schlagen soll. Genauere Daten kann man der Patentanmeldung auch nicht entnehmen, es steht aber fest, dass es sich um Silicapartikel handelt, die mit organischen Molekülketten zu einem Netz verbunden sind. Die organischen “Maschen” sorgen dafür, dass das Material hydrophob wird - es nimmt nach Angaben des Herstellers kein Wasser auf - und dass es um den Faktor 8 quellbar ist. Besonders soll es sich für Aromaten, Butanon und ähnliches eignen. Beladenes Material schwimmt praktischerweise auf dem Wasser, wird abgeschöpft und wieder ausgeheizt (jetzt sind die VOC in der Gasphase).

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, nullwertiges Eisen (Fe(0), in der Präsentation mit ZVI abgekürzt) in das Material einzubringen, so dass daraus ein Redoxkatalysator wird. Ich werde auf jeden Fall mein Möglichstes tun, um ein Muster zu ergattern…

Beton - hart, aber tückisch

Januar 29th, 2010

Ein Gastbeitrag von Dr. Saskia Oehmichen

Beton ist….

  • „Marmor des 20. Jahrhunderts“ (Tadao Ando, japanischer Architekt, Pritzker-Preisträger)
  • „irgendwie sexy“ (Zaha Hadid, irakische Architektin, Pritzker-Preisträgerin)
  • „flüssiger Stein“ (Vitruv, Römischer Baumeister, ca. 70 bis 10 v. Chr.)

Der Baustoff „Beton“ ist älter als man vermuten mag. Die Römer verwendeten „opus caementitium“, der unserem heutigen Beton stark ähnelt, um Straßen, Brücken, Mauern und Hafenanlagen zu errichten [1], [2]. Viele Bauwerke sind noch heute zu bestaunen und beweisen eindrucksvoll die Dauerhaftigkeit von Beton.

Im 20.Jahrhundert war Beton ein prägender Baustoff. Seine gestalterischen Möglichkeiten sind für Architekten verlockend und sein vergleichsweise günstiger Preis für Bauherren überzeugend.

Frischbeton ist weich und fließfähig, lässt sich beliebig formen und gießen. Der erhärtete Betonstein besitzt eine hohe Druckfestigkeit und Spannfähigkeit. Auf diese Weise werden viele architektonische Konstruktionen möglich, die mit Steinen nicht zu bauen wären [4]:

Im 21.Jahundert wandelt sich Beton vom recht einfachen 3-Stoff-Gemisch aus Zement, Wasser und Zuschlag zum High-Tech-Produkt mit deutlich erweitertem Anwendungsspektrum. Die Chemie spielt eine wesentliche Rolle beim Design von bestimmten Werkstoffeigenschaften – Grund genug; sich den Alltagswerkstoff Beton mal genauer anzuschauen.

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Tragikomische Wissenschaft und Geschenke in letzter Sekunde

Dezember 18th, 2009

Wenn Sie Chemie stets nur zum Heulen statt zum Lachen fanden und immer noch nach Weihnachtsgeschenken suchen, kann ich Ihnen heute vielleicht weiterhelfen.

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Freie Patent-Tools

November 27th, 2009

Finden Sie Patente lesen mühsam? Ehe Sie sich beklagen, schauen Sie sich einmal die historischen Bilder der Auslegehalle des Deutschen Patent- und Markenamtes an…

Auch heute bleibt es uns nicht erspart, interessante Patente wirklich durchzulesen, aber es gibt zahlreiche Tools, die es einem erleichtern, sich zumindest einen Überblick über die Patentlandschaft zu verschaffen.

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Chemisorption und Physisorption

Oktober 30th, 2009

Wenn sich ein Molekül einer Oberfläche nähert - sei es ein Wassermolekül einem Trockenmittel, oder ein Stickoxidmolekül einer Katalysatoroberfläche - kann es dort chemisorbiert oder physisorbiert werden. Worin besteht der Unterschied, und wie kann man ihn feststellen, und warum ist die Unterscheidung wichtig? Read the rest of this entry »