Archive for the ‘Information’ Category

FIZ Technik in Frankfurt meldet vorläufige Insolvenz an

Freitag, Juni 4th, 2010

Knoten aus dem Netz

geschnitten, fällt das Ganze

formlos zu Boden.

Dieser ärgerliche Vorgang - einem gesunden Unternehmen, das die wichtigsten Industriezweige unseres Landes bedient, werden Knall auf Fall Fördergelder entzogen - hat mich glatt zum Verfassen meines ersten (Pseudo)-Haikus gebracht.

Was ist geschehen? Das FIZ Technik gehört zu einem Netz von Informationsdienstleistern, zusammen mit dem FIZ Chemie Berlin, dem FIZ Karlsruhe und der TIB Hannover. Es bedient vor allem Elektrotechnik und Maschinenbau. Kurzfristig geht es um eine gute Million Euro Förderung (siehe den Artikel auf Heise.de).

Manche meinen, hier werde klammheimlich gespart, an einer Stelle, an der die Zahl der Protestierenden eher klein bleibt.

Mein Vorschlag ist, das eine oder andere Glasdach in Berlin undicht zu lassen. Plastikeimer gibt’s für wenige Cent. Die Behebung der Planungsfehler an einem einzigen Dach ist schon teurer als alle Fördergelder, die dem FIZ Technik bis 2012 zugesagt worden sind (ab da sollte es sich selbst tragen). Eine funktionierende Informationsstruktur gereicht uns ebenso zur Ehre wie Regierungsglaspaläste.

Der Bund ist ja gezwungen, noch kleineren Beträgen hinterherzujagen, aber mal ehrlich - dem FIZ Technik die Fördergelder zu entziehen, das ist, als würde ich mir die Hände abhacken, damit mein Körper weniger Kalorien verbraucht, weil ich nicht genug Geld für Lebensmittel habe.

Aber wenigstens ist das nichts Neues, und nicht auf Deutschland beschränkt:

Der Große Fresser

Der Elefantenfriedhof, oder: Umgang mit losen Datenhaufen

Dienstag, Mai 4th, 2010

Bitte beantworten Sie die folgende Frage: Was haben Ordner voller Excel-Tabellen, E-Mails, Texten und PDF-Dokumenten gemeinsam?

  1. Sie haben nichts miteinander gemeinsam.
  2. Sie werden in keinem von ihnen jenen Wert wiederfinden, der Ihnen im Hinterkopf herumspukt.
  3. Es ist nicht mehr recht ersichtlich, nach welchen Kriterien das Dokument an der betreffenden Stelle abgelegt wurde.
  4. Es ist nicht bekannt, wie viele Kopien jedes Dokument besitzt.
  5. Alle Möglichkeiten sind richtig.

In einer Studie (hier der Link zu einer Pressemeldung dazu) wurden Führungskräfte gefragt, wie hoch sie den Anteil derartiger unstrukturierter Datensammlungen einschätzen. Deutsche Führungskräfte schätzten den Anteil unter 20%, während man in der Branche selbst von 70% ausgeht -  nur die übrigen 30% seien Daten, die in verwertbar strukturierter Form in Datenbanken, etwa CRM-Systemen oder Warenlisten, eingetragen sind.

Elefantenfriedhof aus dem König der LöwenIch nenne eine solche Kollektion einen Elefantenfriedhof. (more…)

Für Datenhamster: (fast) kostenlose Datenbankensoftware Teil I

Freitag, März 26th, 2010

Datenbankensoftware ist ein schlampig benutzter Begriff: Genau genommen heißt ein solches Programm Datenbankenmanagementsystem, während die Datenbank selbst der zusammenhängende Datenbestand ist.

Eigentlich ist kostenlose “Datenbankensoftware” kein Thema, schließlich gibt es MySQL und andere Open Source-Software, oder für die, die sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen möchten, OpenOffice Base. Mancher hat auch ein wenig genutztes MS Access, welches auf dem Rechner vor sich hinschimmelt (manche benutzen es sogar). Man könnte sich damit theoretisch alles, was man je benötigt, vom digitalen Zettelkasten bis zur Literaturverwaltung, selbst konfigurieren. Man könnte. Ich habe es ein paar Mal begonnen, benutze aber dennoch für verschiedene Datenbanken vorgefertigte kleine Programme.

Hier in der Folge einige Softwaretipps. “Fast” kostenlos bedeutet, die Software ist für deutlich unter 100,- € zu haben.

(more…)

Freie Patent-Tools

Freitag, November 27th, 2009

Finden Sie Patente lesen mühsam? Ehe Sie sich beklagen, schauen Sie sich einmal die historischen Bilder der Auslegehalle des Deutschen Patent- und Markenamtes an…

Auch heute bleibt es uns nicht erspart, interessante Patente wirklich durchzulesen, aber es gibt zahlreiche Tools, die es einem erleichtern, sich zumindest einen Überblick über die Patentlandschaft zu verschaffen.

(more…)

Datenbanken für Chemie-Informationen Teil 2 - kostenpflichtige Datenbanken

Dienstag, September 29th, 2009

Vor genau zwei Jahren habe ich mir das Thema “Kostenpflichtige Datenbanken für Chemie-Informationen” bereits einmal vorgenommen, hier nun die aktualisierte und ergänzte Version. Auch dieses Mal geht es nur um das Auffinden von Daten, nicht um die Suche nach Originalarbeiten.

Bei kostenpflichtigen Datenbanken kostet entweder das Suchen schon Geld, oder aber die Anzeige der Resultate. Trotz der kostenlosen Konkurrenz kann sich die Benutzung der Bezahldienste lohnen, weil ihre Verwendung Zeit spart und man einen Begriff von der Abdeckung der Suche bekommen kann.

Ein Beispiel:

(more…)

Über Informationsqualität, und …

Donnerstag, April 16th, 2009

… über die Suche nach der Perle in der Müllhalde.

Stellen Sie sich vor, Sie brauchen für Ihre Arbeit den Siedepunkt eines selten benutzten Lösungsmittels oder den Marktanteil für ein generisches Arzneimittel. Sie werfen Google an und werden fündig.

Wagen Sie es, die gefundenen Informationen für Ihre Planung einzusetzen?

Im heutigen Beitrag soll es um zwei Themen gehen:

  1. Informationsqualität - wie  richtig und wie treffend sind die Fundstellen?
  2. Der Feind, die Suchmaschine - gesponsort, unterwandert  und alles in allem “zugemüllt”.

(more…)

Was ist das überhaupt für ein Stoff? - Trivial- und Handelsnamen entschlüsseln

Donnerstag, Februar 26th, 2009

Stellen Sie sich vor, Sie sollen die Planung oder Komponenten für eine Fass-Waschanlage in einem Sanierungsfall anbieten. In den Fässern lagerte jahrelang Alkron. Was ist Alkron? Ist es giftig, korrosiv oder gefährlich? Müssen bestimmte Regelungen eingehalten werden? Die Antworten auf alle diese Fragen bekommen Sie erst, wenn sie wissen, was „Alkron“ überhaupt ist. (more…)

Patentrecherche in kostenpflichtigen Patentdatenbanken

Mittwoch, September 24th, 2008

Warum…

… Geld für etwas ausgeben, was es umsonst gibt? Webdienste wie Google Scholar, Verlagsdatenbanken und Seiten wie Freepatentsonline machen die kostenpflichtigen Patentdatenbanken scheinbar überflüssig.

Die Betonung liegt auf “scheinbar”. (more…)

Open-Source-Software in der Wissenschaft -

Dienstag, August 5th, 2008

- Technotopia Teil 2

Warum gibt es überhaupt Open-Source-Software? Schließlich hat niemand etwas zu verschenken, oder? Und außerdem, “… was nix kosch’d, des isch au’ nix” - stimmt das?

Auf der Beschreibungsseite von JChemPaint findet sich eine gute Erklärung für das Phänomen. Die Entwickler meinen, dass ihre Arbeit, da von öffentlichen Geldern finanziert (es handelt sich um eine universitäre Arbeitsgruppe), auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollte. Und die Free Software Foundation, Hauptsponsor der Open-Source-Alternative für UNIX GNU, drückt es so aus: ”Bei freier Software geht es um Freiheit, nicht um den Preis. Um das Konzept freier Software zu verstehen, denken Sie an Redefreiheit, nicht an Freibier.”

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, auch wenn die genaue Definition der GNU-Lizenz mehrere Seiten umfasst. Nicht alle Software, auf die hier gezeigt wird, ist aber “echte” Open-Source-Software im Sinne der GNU-Lizenz. Manches ist eher als Werbegeschenk oder als Demo zu verstehen.

  1. Mathematik-Freeware
  2. Editoren, Visualisierungssoftware und Gemischtes für Chemie
  3. Linkseiten und Verzeichnisse zu weiterer wissenschaftlicher Software

(more…)

Datenbanken für Chemie-Informationen Teil 1 - kostenlose Datenbanken

Mittwoch, Juli 23rd, 2008

Welche Art von Chemie-Informationen sucht der Nicht-Chemiker im Allgemeinen? Meistens handelt es sich um Stoffdaten, d. h. physikalische Eigenschaften von Molekülen, oder um thermochemische Daten, wie etwa die Verbrennungsenthalpie. Aber auch weniger genau bestimmbare Daten, etwa zur Ökotoxizität, werden benötigt.

Teil 1 der Serie befasst sich mit kostenlosen, aber hochwertigen Datenbanken zu dem Thema, d. h. solchen, deren Inhalten man mit einigermaßen gutem Gewissen vertrauen kann.

  1. Chemikalien identifizieren, grundlegende Eigenschaften
  2. Stoffdaten, physikalische Eigenschaften
  3. Lieferanten
  4. Toxikologische Daten und Arbeitssicherheit
  5. “Schwierige” Datenbanken

(more…)