Beton - hart, aber tückisch
Freitag, Januar 29th, 2010Ein Gastbeitrag von Dr. Saskia Oehmichen
Beton ist….
- „Marmor des 20. Jahrhunderts“ (Tadao Ando, japanischer Architekt, Pritzker-Preisträger)
- „irgendwie sexy“ (Zaha Hadid, irakische Architektin, Pritzker-Preisträgerin)
- „flüssiger Stein“ (Vitruv, Römischer Baumeister, ca. 70 bis 10 v. Chr.)
Der Baustoff „Beton“ ist älter als man vermuten mag. Die Römer verwendeten „opus caementitium“, der unserem heutigen Beton stark ähnelt, um Straßen, Brücken, Mauern und Hafenanlagen zu errichten [1], [2]. Viele Bauwerke sind noch heute zu bestaunen und beweisen eindrucksvoll die Dauerhaftigkeit von Beton.
Im 20.Jahrhundert war Beton ein prägender Baustoff. Seine gestalterischen Möglichkeiten sind für Architekten verlockend und sein vergleichsweise günstiger Preis für Bauherren überzeugend.
Frischbeton ist weich und fließfähig, lässt sich beliebig formen und gießen. Der erhärtete Betonstein besitzt eine hohe Druckfestigkeit und Spannfähigkeit. Auf diese Weise werden viele architektonische Konstruktionen möglich, die mit Steinen nicht zu bauen wären [4]:
- Musikerhaus auf der Insel Hombroich
- Skisprungschanze Bergisel in Innsbruck (A)
- Talbrücke Wilde Gera im Thüringer Wald (Deutschlands größte Betonbogenbrücke)
Im 21.Jahundert wandelt sich Beton vom recht einfachen 3-Stoff-Gemisch aus Zement, Wasser und Zuschlag zum High-Tech-Produkt mit deutlich erweitertem Anwendungsspektrum. Die Chemie spielt eine wesentliche Rolle beim Design von bestimmten Werkstoffeigenschaften – Grund genug; sich den Alltagswerkstoff Beton mal genauer anzuschauen.